KI erfolgreich im Unternehmen implementieren – worauf kommt es an?
Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie KI erfolgreich in Unternehmen eingeführt werden kann, ist angesichts der rasanten Entwicklung von KI-Technologien nicht möglich. KI ist ein dynamisches Feld, das zurzeit nicht unter stabilen Bedingungen untersucht werden kann. Stattdessen entsteht Wissen über den erfolgreichen Einsatz von KI direkt in der Praxis – durch aktives Lernen, Ausprobieren und die Reflexion von Erfahrungen.
Das Forschungsprojekt ai:conomics bot dafür eine ideale Grundlage. In enger Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis wurden die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt untersucht. Dabei entstanden nicht nur Erkenntnisse zu den Auswirkungen von KI, sondern auch Einblicke, wie verschiedene Akteur:innen betriebliche KI-Implementierungen angehen. Ein besonderes Merkmal des Projekts war der ko-kreative Ansatz: Ein interdisziplinäres Team arbeitete mit Partnerunternehmen und externen Expert:innen zusammen, was zusätzlich wertvolles Prozesslernen zur ko-kreativen Zusammenarbeit möglich machte.
In diesem Lessons-Learned-Dokument sind die zentralen Erkenntnisse zusammengefasst, die insbesondere für Unternehmen relevant sind, die bei der Implementierung von KI nach Orientierung suchen.
Es versteht sich als Anregung für KI-implementierende Unternehmen, will Mut machen und Orientierung geben, um:
- betriebliche Innovationskultur und -prozesse auf den kontinuierlichen KI-Lernprozess auszurichten.
- KI-Innovation als unternehmensübergreifendes Gestaltungsfeld zu begreifen und den Austausch mit Erfahrungsträger:innen anderer Unternehmen zum Standard zu machen.
- Praxis und Implementierungsforschung als gegenseitige Ergänzungen zu sehen, die Unsicherheiten und Herausforderungen im Verbund besser bewältigen.
Drei Schlüsselaspekte für eine erfolgreiche Umsetzung stehen dabei im Fokus:
Beobachtung 1: KI-Implementierung als ko-kreativer Lernprozess
Der Blick in die Praxis zeigte: erfolgreiche Vorhaben bezogen zahlreiche interne Stakeholder in die inhaltliche Erarbeitung und Entscheidungsfindung ein. Dieser ko-kreative Ansatz erstreckt sich von der Ideenfindung über die Entwicklung umsetzungsreifer Innovationen bis hin zum Rollout in die Breite der betrieblichen Praxis: .
- Empfehlung 1: Gezielter, bedarfsorientierter Kompetenzaufbau bei Schlüssel-Stakeholdern.
- Empfehlung 2: Agile Unternehmenskultur - Ausprobieren, Fehler machen, Reflektieren.
- Empfehlung 3: Prozessgestaltung und -moderation als zentrale Erfolgsfaktoren.
Beobachtung 2: Unternehmensübergreifender Austausch zu Prozessgestaltung und Transformation
Es zeigte sich, dass ein praxisorientierter Austausch über Herausforderungen und Good Practice bei der Einführung von KI in die Unternehmenspraxis dazu beitragen kann Innovationshürden abzubauen, Fehlplanungen zu vermeiden und Prozessverzögerungen zu minimieren. Dennoch findet ein solcher Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen zur Gestaltung von Implementierungsprozessen bisher nur selten statt.
- Empfehlung 1: Passende Räume für Erfahrungsaustausch suchen – und schrittweise ausweiten
- Empfehlung 2: Kommunikationsrahmen klären– und schrittweise ausweiten.
Beobachtung 3: Zusammenarbeit mit unabhängiger Forschung
Die wissenschaftliche Evidenz zu Chancen und Risiken von KI ist bislang begrenzt, was Unternehmen bei Entscheidungen vor Herausforderungen stellt. Kooperationen mit unabhängiger Forschung bieten die Möglichkeit, Fach-und Kontextwissen, neutrale Perspektiven und produktive Irritationen einzubringen. Gleichzeitig ermöglichen sie ein tieferes Verständnis der Auswirkungen von KI auf Organisationen, Mitarbeitende und Produktivität. Eine Chance, die positiven Auswirkungen von KI zu verstärken.
- Empfehlung 1: Gemeinsam nach guten Use Cases für innovationsbegleitende Forschung suchen.
- Empfehlung 2: Unterschiedliche Herangehensweisen in Forschung und betrieblicher Innovation anerkennen und den Weg gemeinsam gestalten.
- Empfehlung 3: Zusammenarbeit als gemeinsamen Auftag verstehen.